22.09.2011

Durch Spirale weniger Gebärmutterhalskrebs

Die Spirale zur Schwangerschaftsverhütung schützt offenbar auch vor Gebärmutterhalskrebs

Die Spirale, die zur Verhütung einer Schwangerschaft eingesetzt werden kann, hat offenbar einen Nebeneffekt: Sie schützt auch vor Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Wie dieser Effekt zustande komme, sei noch unklar, berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology – Schutz vor einer Infektion mit krebserregenden Humanen Papillomviren (HPV) biete die Spirale jedenfalls nicht.

Die Forscher verwendeten die Daten zweier großer Studien, die zum Zusammenhang von HPV-Infektionen und Gebärmutterhalskrebs durchgeführt worden waren. Dabei verglichen sie die Daten von Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs und gesunden Kontrollpersonen. In den Studien war unter anderem erfasst worden, ob die Frauen eine Spirale zur Schwangerschaftsverhütung anwendeten oder nicht. Benutzten sie die Spirale, hatten sie ein geringeres Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Dies galt allerdings nicht für Frauen, bei denen eine HPV-Infektion bestand. Ebenso ließ sich bei Frauen, die nicht an Gebärmutterhalskrebs erkrankt waren, kein Rückgang der HPV-Infektionsfälle durch den Gebrauch der Spirale feststellen.

Offenbar, so die Studienautoren, könne die Spirale die Krebsentstehung beeinflussen. Dies geschehe vermutlich darüber, dass sie – als „Fremdkörper“ vom Immunsystem erkannt – zelluläre Abwehrmechanismen in Gang setze.

Quelle: Castellsagué, X. et al.: Intrauterine device use, cervical infection with human papillomavirus, and risk of cervical cancer: a pooled analysis of 26 epidemiological studies. The Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 13. September 2011, doi:10.1016/S1470-2045(11)70223-6