20.07.2017

Kraft schöpfen durch Entspannung

Psychoonkologie

Die Psychoonkologie ist eine eigene wissenschaftliche Fachrichtung, die die seelischen Auswirkungen einer
Krebserkrankung auf Betroffene erforscht und Möglichkeiten der Unterstützung entwickelt. Gerade in einem extremen Ausnahmezustand wie einer Krebsdiagnose sind die meisten Patienten einfach überfordert. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Krebserkrankung psychische Erschöpfungszustände, depressive Verstimmungen oder Depressionen mit sich bringt. Damit diese seelischen Krisen nicht das Lebensgefühl der Patienten negativ beeinflussen, sollte möglichst frühzeitig Hilfe in Anspruch genommen werden. Spätestens, wenn eine starke innere Anspannung, länger andauernde Niedergeschlagenheit, Angstzustände, Hoffnungslosigkeit, Selbstwertkrisen oder Probleme mit dem Partner und im Beruf auftreten, sollte der Patient psychologischen Rat einholen. Was kann die psychoonkologische Patientenbetreuung erreichen? Die Bandbreite der Möglichkeiten reicht von einfachen Entspannungsübungen bis hin zu Gesprächen mit psychoonkologisch geschulten Beratern in der Klinik, in der „Reha“ oder in Krebsberatungsstellen. Für Patienten, die stark belastet sind oder über längere Zeit unter entsprechenden Symptomen leiden, kann eine psychotherapeutische Begleitung, gegebenenfalls mit einer Behandlung auch in einer Akutklinik, sinnvoll sein. Im Vordergrund steht dabei immer die Frage, wie kann die belastende Situation erleichtert werden und wie kann der Patient seine inneren und äußeren Ressourcen entdecken und nutzen. Dies kann zum Beispiel auch heißen, dass der Psychologe den Patienten dabei unterstützt, wenn es heißt, sich von der bisherigen Lebensplanung zu verabschieden. Er bietet Klärungshilfe bei bevorstehenden Entscheidungen an, entwickelt zusammen mit dem Patienten neue Perspektiven und informiert seinen Patienten mit praktischen Informationen über gesundheitsfördernde Verhaltensweisen. Meist sind bei einer Krebserkrankung auch nahestehende Personen, in erster Linie der Partner, die Kinder, Eltern, Geschwister und Freunde betroffen. Oft geraten auch sie an ihre eigene Belastungsgrenze. Daher ist auch für sie eine Beratung sinnvoll und oft unumgänglich.

Überblick über die Maßnahmen einer psychoonkologischen Betreuung

Neben der individuellen Beratung können der Patient bzw. seine
Angehörigen ihren Problemen auch aktiv entgegentreten:

• Musiktherapie
• Künstlerische Therapien (Kunsttherapie, Tanztherapie, Musiktherapie u.a.)
• Yoga
• Einzel- und Gruppengespräche
• Entspannungstechniken, wie zum Beispiel die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Phantasiereisen
  (gelenkte Imagination) aus dem Bereich der Hypnosepsychotherapie… und manchmal helfen auch Medikamente.

Fatigue-Syndrom

Zur Reduzierung des Fatigue-Syndroms ist ein individuelles, an der
Belastungsfähigkeit des Patienten orientiertes Ausdauertraining im
Rahmen der Bewegungstherapie sinnvoll.
(Das Fatigue- oder Erschöpfungs-Syndrom ist eine quälende Form
von Müdigkeit und Erschöpfung, die während und nach der Tumorerkrankung auftreten kann.)
In der Klinik Graal-Müritz steht Ihnen ein ausgebildeter Psychoonkologe während der Rehabilitationsmaßnahme zur Seite.

Haben Sie Fragen?
Telefon 038206/750 oder info@klinik-graal-mueritz.de


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