19.02.2018

Krebsvorstufen in der Brustkrebsfrüherkennung

Im Mammographiescreening werden am häufigsten aggressive Vorstufen entdeckt, aus denen sich bei Nichtbehandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit invasiver Brustkrebs entwickeln würde.
Alle zwei Jahre können in Deutschland Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren auf Krankenkassenkosten eine Mammographieuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs durchführen lassen. Unter den bei diesen Screeninguntersuchungen entdeckten Krebsvorstufen ist die häufigste Form das hochgradige duktale Carcinoma in situ (DCIS), das auch am häufigsten in invasiven Krebs übergeht. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Münster in der Fachzeitschrift Radiology.
In der Studie wurden die Daten einer großen Zahl von Frauen ausgewertet, die im Anstand von jeweils 22 bis 30 Monaten bis zu dreimal am Mammographiescreening teilgenommen hatten. Am seltensten von allen Brustkrebsvorstufen wurde das niedriggradige DCIS diagnostiziert, am häufigsten das hochgradige DCIS. Dabei nahm die Häufigkeit der Diagnose niedriggradiges DCIS in der zweiten und dritten Screeningrunde gegenüber der ersten Mammographie ab. Beim hochgradigen DCIS war es anders, hier blieb Häufigkeit der Diagnose von Runde zu Runde konstant hoch.
Damit, so die Studienautoren, hätten Frauen, die nicht nur einmal, sondern wiederholt am Mammographie- screening teilnehmen, einen Vorteil: Wird bei einer der nachfolgenden Mammographien eine Brustkrebsvorstufe entdeckt, handelt es sich mit höherer Wahrscheinlichkeit um eine aggressivere Form, die bei Nichtbehandlung eher in invasiven Brustkrebs übergehen würde.

Quelle:
Weigel S et al. Detection Rates of Ductal Carcinoma in Situ with Biennial Digital Mammography Screening: Radiologic Findings Support Pathologic Model of Tumor Progression. Radiology 2018 286(2):424-32


Bewerten Sie diese Seite
Durchschnitt: 3.2 von 42 Bewertungen (64.29 %)