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05.12.2011
Leben nach dem Krebs
Immer mehr Menschen überleben eine Krebserkrankung. Sie müssen sich mit den Langzeitfolgen der Therapie auseinandersetzen.
Die Lebenserwartung hat sich bei vielen Krebsarten innerhalb der letzten 25 Jahre deutlich verbessert, was vor allem neuen Entwicklungen bei der Früherkennung und Therapie geschuldet ist. Es leben deshalb immer mehr Menschen auch nach der Diagnose Krebs noch viele Jahre. Die Spätfolgen der Krebstherapie sind bislang allerdings noch wenig erforscht. Dieses spezielle Thema wollen Experten beim Deutschen Krebskongress 2012 aufgreifen, der im Februar in Berlin stattfinden wird.
Auch wenn der medizinischen Wissenschaft noch kein bahnbrechender Durchbruch gelungen ist in dem Sinne, dass Krebs grundsätzlich heilbar geworden wäre, sind die Erfolge doch deutlich sichtbar. So ist die krebsbedingte Sterblichkeit bei vielen Krebsarten gesunken, z.B. beim malignen Melanom der Haut (schwarzer Hautkrebs), bei Schilddrüsenkrebs, Harnblasenkrebs, Krebs der Niere, des Magens, des Darms, der Prostata und der Hoden. Auch Blut- und Lymphdrüsenkrebs, Brustkrebs und Krebs der Eierstöcke sind inzwischen in vielen Fällen besser behandelbar als noch vor einigen Jahrzehnten. Dadurch leben heute rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland, die innerhalb der letzten fünf Jahre die Diagnose Krebs erhielten.
Gleichzeitig sind die heutigen Krebstherapien wie Chemo- und Strahlentherapie oft sehr aggressiv nicht nur gegenüber dem Tumor, sondern auch in ihrer Wirkung auf gesundes Gewebe. Mitunter leiden die Betroffenen viele Jahre oder sogar Jahrzehnte unter Spätfolgen wie dem Erschöpfungssyndrom (Fatigue), Zeugungsunfähigkeit, Herzkreislaufkrankheiten oder einer zweiten Krebserkrankung. Noch jedoch sind die Chemo- und Strahlentherapie bei vielen Krebsarten alternativlos, wenn der Krebs geheilt oder lange Zeit aufgehalten werden soll.
Auf diese besondere Problematik wollen Experten auf dem Deutschen Krebskongress 2012 in Form von Schwerpunktsitzungen zum Thema „Long-term Survivorship“ eingehen. Sie werden wissenschaftliche und gesundheitspolitische Aspekte diskutieren und das Thema der breiten Öffentlichkeit vorstellen.
Quelle: ÄrzteZeitung vom 27. November 2011
Informationsseite der Deutschen Krebsgesellschaft zum Deutschen Krebskongress 2012 Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2010) Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland. Entwicklung der Prävalenzen zwischen 1990 und 2010. RKI, Berlin






