10.01.2018

Lebensqualität bei älteren Krebspatienten

Die Stärke physischer und psychischer Beschwerden infolge der Krankheit sind ein wichtiger Einflussfaktor auf die Befindlichkeit und Lebensqualität.

Die Lebenserwartung steigt und somit auch die Zahl älterer Menschen, die an Krebs erkranken. Was macht im Falle einer solchen Erkrankung die gesundheitsbezogene Lebensqualität älterer Patienten aus? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach, deren Ergebnisse sie kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlichten.
Die Forscher befragten per Telefon 1.457 Personen ab 65 Jahren, die an Krebs erkrankt waren. Bei der Hälfte der Befragten lag die Diagnose 19 Monate oder länger zurück, etwas mehr als ein Viertel von ihnen befand sich noch in aktiver Behandlung. Hinsichtlich ihrer körperlichen Befindlichkeit spielten für die Betroffenen vier Faktoren eine Rolle: die Schwere von Symptomen, Begleiterkrankungen, die Möglichkeit zu sportlichen Freizeitaktivitäten und Unterstützung bei körperlich schweren Tätigkeiten. Bezüglich der mentalen Befindlichkeit standen emotionale Unterstützung, die Schwere von Symptomen und finanzielle Schwierigkeiten im Vordergrund.
Statistische Analysen ergaben, dass gutes körperliches Befinden der Befragten stark von krebs- oder therapiebedingten Beschwerden abhing, darunter chronischer Erschöpfung (Fatigue), Schmerzen, Schlafstörungen und Schläfrigkeit am Tag. Auch die psychische Befindlichkeit wurde von krebs- und therapiebedingten Beschwerden beeinflusst, darunter Fatigue, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.
Das Befinden und die gesundheitsbezogene Lebensqualität älterer Krebspatienten zu verbessern sei ein wichtiges Ziel in der Betreuung, so die Studienautoren. Eine Voraussetzung hierfür scheint die gute Behandlung krebs- und therapiebedingter Beschwerden ebenso wie die von Begleiterkrankungen.
 
Quelle:Pisu M et al. Most impactful factors on the health-related quality of life of a geriatric population with cancer. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 18. Dezember 2017, DOI: 10.1002/cncr.31048



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