03.03.2006 Von: C. Fritsche

Alarmierendes Hautkrebsrisiko bei jungen Erwachsenen

Jeder fünfte Mann und jede zehnte Frau zwischen 20 und 40 Jahren hat bereits ein erhöhtes Risiko für das Maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs). Das Risikopotential ist in dieser Altersgruppe somit so groß wie in keiner Generation zuvor. Ein erheblicher Anstieg von Hautkrebs-Neuerkrankungen könnte in den nächsten Jahrzehnten die Folge sein. Es sei denn, die jungen Menschen kennen ihr Risiko und richten ihr Sonnenverhalten danach aus. ?Face the Sun? ist deshalb das Motto der diesjährigen bundesweiten Sommerkampagne der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP), die sich an Menschen zwischen 17 und 25 Jahren richtet. Dazu gehört auch der Modelwettbewerb ?Sun Face 2006?. Hauptgewinn ist ein Fotoshooting mit einer bekannten Modelagentur.

 

Jährlich erkranken in Deutschland über 110.000 Menschen neu an weißem Hautkrebs (Basalzell- oder Stachelzellkrebs) und 22.000 an schwarzem Hautkrebs (Malignes Melanom). Wer schon einmal an einem Hautkrebs erkrankt war, trägt ein stark erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten dieser Erkrankung. Aktuell befinden sich 520.000 Personen wegen einer Hautkrebserkrankung in medizinischer Behandlung, wie Hochrechnungen auf Basis der Zahlen des Krebsregisters Schleswig-Holstein ergaben. Neben dem persönlichen Leid der Betroffenen verursachen die steigenden Erkrankungszahlen auch hohe Kosten im Gesundheitssystem.

 

Das Risikopotential für das Maligne Melanom wird bereits in den ersten Lebensjahren entwickelt. Wer einmal in der Kindheit Pigmentmale durch UV-Strahlung erworben hat, kann im Laufe seines Lebens immer mehr entwickeln. ?Auch ohne weitere Sonnenbrände kann sich die Anzahl der Pigmentmale bereits innerhalb von vier Jahren verdoppeln. Dabei stellen die nach der Geburt erworbenen Pigmentmale den höchsten Risikofaktor für das Maligne Melanom dar?, so Professor Dr. Eckhard Breitbart, Zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, bei der Vorstellung der Sommerkampagne 2006.

 

Die Risikofaktoren für den Hautkrebs sind klar definiert und können von einem erfahrenen Arzt schnell identifiziert werden. Frühzeitig entdeckt, ist Hautkrebs zu 100 Prozent heilbar. Deshalb setzen sich die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention für ein bundesweites, qualitätsgesichertes Hautkrebs- und Risikogruppen-Screening im Rahmen der gesetzlichen Krebs-Früherkennung ein, über das zur Zeit im Gemeinsamen Bundesausschuss beraten wird.

 

Die Information und Aufklärung über Hautkrebs steht im Fokus der diesjährigen Sommerkampagne 2006 der Deutschen Krebshilfe und der ADP, die sich besonders an die 17- bis 25-Jährigen wendet. ?Jeder kann sich mit einfachen Verhaltensregeln schützen: In der Sonne nicht aus-, sondern anziehen und die Mittagssonne meiden?, erklärt Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

 

Der natürliche Teint ist nicht nur gesund, sondern auch schön. ?Braune Haut ist uns in der Model-Szene schon lange ein Dorn im Auge. Das macht alt und ist total out!? so Yannis Nikolaou, Geschäftsführer von ´Place Models´. Die Modelagentur wird zusammen mit der Deutschen Krebshilfe und der ADP das ?Sun Face 2006? küren. Die Vorauswahl findet auf einer interaktiven Web-Plattform statt, auf der Fotos ab dem 1. Mai mit einem persönlichen Sommermotto der Teilnehmer veröffentlicht werden können. Die Internetseite wird speziell auf die Zielgruppe zugeschnitten und für die aktuelle Kampagne konzipiert.

 

Im Rahmen der diesjährigen Sonnenkampagne wird es neben allen relevanten Infos zum Thema Haut und Sonne außerdem interessante Download-Bereiche und trendige ´Face the Sun´-T-Shirts geben. In 15.000 bundesdeutschen Fahrschulen können Cabrio-Fans zeigen, ob sie sonnenfit sind. Außerdem sollen Promotion-Teams auf Sommer-Festivals für den richtigen Sonnenschutz mobil machen. Die Sängerin Diane wird sich auf ihren Konzerten für das Thema stark machen. Denn helle Köpfe wissen: Umdenken ist angesagt, um das Hautkrebs-Risiko zu minimieren.


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