06.05.2019

Die Antihormontherapie bei Prostatakrebs stärken

Abirateron zusätzlich zur Antihormontherapie ist bei metastasiertem Prostatakrebs auch langfristig von Vorteil.

Wenn sich Prostatakrebs bereits mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hat, lohnt es, zusätzlich zur Antihormontherapie Abirateron zu verabreichen. Das hatte sich schon in den Zwischenergebnissen einer großen Studie (LATITUDE) gezeigt, die vor geraumer Zeit veröffentlicht worden waren. Nun bestätigten sich die positiven Ergebnisse in der Langzeitauswertung. Der Abschlussbericht erschien in der Fachzeitschrift Lancet Oncology.

Ziel der Antihormontherapie bei Prostatakrebs ist es, die tumorwachstumsfördernde Wirkung der männlichen Sexualhormone, der sogenannten Androgene, zu hemmen („Antiandrogentherapie“). Doch nicht immer reicht dies allein aus, weshalb in manchen Fällen der Tumor nach geraumer Zeit weiterwächst. Der Wirkstoff Abirateron hemmt ein bestimmtes Enzym, das anders als die herkömmlichen Androgenentzugstherapien auch die Bildung von Androgenen außerhalb der Hoden unterdrückt. Dadurch ergänzen sich die klassische Antiandrogentherapie und Abirateron.

An der LATITUDE-Studie hatten 1.199 Patienten ab 18 Jahren mit metastasiertem Prostatakrebs entweder die übliche Antiandrogentherapie plus zwei Scheinmedikamente (Placebo; Kontrollgruppe) oder die Antiandrogentherapie plus Abirateron und Prednison (Abiraterongruppe) erhalten. Nach fast viereinhalbjähriger Beobachtungszeit war das Gesamtüberleben in der Abiraterongruppe signifikant besser als in der Kontrollgruppe. Schon in der Zwischenanalyse hatte sich gezeigt, dass die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, in der Abiraterongruppe gegenüber der Kontrollgruppe mehr als verdoppelt werden konnte. Auch verlängerte sich die Zeit, bis die Patienten wieder Schmerzen bekamen, bis die nächste Therapie gegen den Krebs gestartet werden musste und bis weitere Beeinträchtigungen im Bewegungsapparat aufgrund von Metastasen auftraten.

Damit, so die Studienautoren, erwies sich die Kombination von Abirateron mit der Antihormontherapie bei Patienten mit mestastasiertem Prostatakrebs und hohem Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf als gut wirksam. Die zusätzliche Therapie führte zwar zu mehr Nebenwirkungen, die jedoch nach Angabe der Wissenschaftler in der Regel gut behandelt werden konnten. Die Kombination von Abirateron und Antihormontherapie solle daher bei der genannten Patientengruppe zum Standard werden.

Quellen: Fizazi K et al. Abiraterone acetate plus prednisone in patients with newly diagnosed high-risk metastatic castration-sensitive prostate cancer (LATITUDE): final overall survival analysis of a randomised, double-blind, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. April 2019, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(19)30082-8

Fizazi, K. et al.: Abiraterone plus Prednisone in Metastatic, Castration-Sensitive Prostate Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 4. Juni 2017, DOI: 10.1056/NEJMoa1704174


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