12.03.2006 Von: C. Fritsche

Grundsteinlegung für die Strahlenklinik Rostock

Die Strahlenklinik der Universität Rostock ist schon seit langem dringend sanierungsbedürftig: Veraltete Geräte, zu wenig Platz für die Patienten, fehlende Sozialräume und unzureichende Sanitätseinrichtungen machen die Lage für Krebs-Patienten unzumutbar. Heute, am 8. Februar 2006, legte die Finanzministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Sigrid Keler, gemeinsam mit der Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Professor Dr. Dagmar Schipanski, sowie Professor Dr. Peter Schuff-Werner, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Rostock, und Professor Dr. Rainer Fietkau, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, den Grundstein für den Neubau der Klinik. Finanziert wird der Bau durch die Deutsche Krebshilfe, den Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern.

"Die meisten Krebs-Patienten verbinden mit der Strahlentherapie etwas Bedrohliches und Unheimliches. Sie haben Angst vor den unsichtbaren Strahlen und befürchten, ihnen schutzlos ausgeliefert zu sein", erläutert Professor Dr. Rainer Fietkau, Leiter der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Rostock. "Ein angenehmes, patientengerechtes Umfeld ist daher besonders wichtig. Es hilft den Betroffenen, ihre schwere Erkrankung mutig zu bekämpfen", so Professor Fietkau. Dies war jedoch in den bestehenden Räumlichkeiten der Klinik nicht gegeben.

"Wir freuen uns daher sehr, dass der Neubau mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe jetzt endlich beginnt", sagt der Klinikdirektor. Die neue Klinik entsteht am Standort Südstadt. Die Fertigstellung ist für 2007 geplant. "Somit können Krebs-Patienten in Mecklenburg-Vorpommern künftig wesentlich besser versorgt werden", so die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Professor Schipanski. Die gemeinnützige Organisation finanziert den Neubau mit drei Millionen Euro. Weitere 3,5 Millionen Euro gewährt die Deutsche Krebshilfe dem Land Mecklenburg-Vorpommern als Darlehen. Die übrigen Mittel des 13,2 Millionen Euro teuren Baus werden vom Bund sowie vom Land aufgebracht.

"Trotz des zum Teil katastrophalen Umfeldes wird die radioonkologische Behandlung in Rostock auch heute schon nach den neuesten und modernsten Standards durchgeführt", erklärt Professor Fietkau. "Neue Bestrahlungstechniken wie die stereotaktische Bestrahlung, eine neue Form der Strahlentherapie beim Prostatakrebs, die Ganzkörperbestrahlung und die simultane Radiochemotherapie sind bereits erfolgreich eingeführt." Die Strahlenklinik der Universität Rostock hat ein großes Einzugsgebiet: Derzeit werden pro Tag etwa 200 Patienten in der Klink betreut und 38.000 Bestrahlungen pro Jahr durchgeführt. "Die Patientenzahlen sind seit 1997 um 50 Prozent angestiegen, so dass derzeit Wartezeiten von bis zu acht Wochen bestehen", sagt Fietkau. Durch die Förderung der Deutschen Krebshilfe können diese Wartezeiten verkürzt und die Behandlung der Krebs-Patienten mittels modernster Bestrahlungstechniken weiter optimiert werden.

Im Rahmen des Bauvorhabens wird die Klinik durch einen dreigeschossigen Rundbau erweitert und bestehende Gebäudeteile behutsam durch das Entwurfskonzept des Neubaus ergänzt. Dazu zählen eine Bettenstation für 42 Patienten, ein Verwaltungstrakt mit angeschlossenem Tumorregister, ein Labortrakt sowie Räume für die Bestrahlungsplanung und eine neue Eingangshalle. Die Bereiche Untersuchung und Bestrahlung, Pflege, Forschung, Verwaltung und soziale Dienste werden entsprechend den Anforderungen des Klinikums neu strukturiert.


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